Die Eingewöhnung ist ein gemeinsamer Weg, auf dem sich Kind, Eltern und ich als Tagesmutter behutsam kennenlernen. Jedes Kind braucht dafür unterschiedlich viel Zeit, Nähe und Sicherheit. Ich orientiere mich am Modell der partizipatorischen Eingewöhnung – das heißt, wir gestalten den Prozess gemeinsam, flexibel und im Tempo des Kindes.
Der Anfang steht ganz im Zeichen des Kennenlernens. In den ersten Tagen treffen wir uns nachmittags, wenn es ruhig ist und keine anderen Kinder anwesend sind. So haben Eltern, Kind und ich genügend Zeit und Raum, um uns in entspannter Atmosphäre zu begegnen. Ich gehe behutsam auf das Kind zu, lasse Nähe entstehen und beobachte aufmerksam, was es gerade braucht. Vertrauen darf wachsen – ohne Druck und in eigenem Tempo.
Während dieser ersten Treffen entdecken Eltern und Kind gemeinsam die Räume und Materialien meiner Kindertagespflege. So lernt das Kind, wo gespielt, gegessen oder gekocht wird, und verknüpft den neuen Ort mit Sicherheit und Geborgenheit. Kein Kind muss bei mir neue Situationen ohne die vertraute Begleitung von Mama oder Papa erleben.
Sobald Elternteil und Kind sich wohlfühlen und die Umgebung vertraut ist, wechseln wir in den Vormittag. Nun lernt das Kind die anderen Kinder kennen und erlebt erste gemeinsame Spielsituationen. Ich begleite diese Begegnungen achtsam und unterstütze das Kind dabei, seinen Platz in der Gruppe zu finden – mit kleinen, positiven Erlebnissen, die Sicherheit geben.
Im weiteren Verlauf erleben Eltern und Kind den Tagesablauf zu unterschiedlichen Uhrzeiten. So lernen sie nach und nach alle festen Elemente kennen – vom Morgenkreis über das Frühstück bis hin zur Draußenzeit und dem Mittagessen. Erst wenn Kind und Eltern sich gleichermaßen bereit fühlen, vereinbaren wir eine erste kurze Trennung. Ich stehe dabei in engem Austausch mit den Eltern und stimme jeden Schritt sorgfältig ab, damit sich das Kind sicher und getragen fühlt.